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HipHop-A Tale From The Hood; Ntsc
 
Deutschland 2003 | 93:00 Min

 
Camera: Harald Rumpf
Cutter: Wolfgang Grimmeisen
Director: Harald Rumpf
Exec. Prod.: Andreas Bareiss
Producer: Peter Hermann, Harald Rumpf
Screenplay: Harald Rumpf
Coproduced by: Bayerisches Fernsehen,arte
Production Company: MTM München, H. Rumpf Produktion,
Supported by: FFF Bayern

freitag.de Die 80iger Jahre sind das goldene Zeitalter des HipHop, zu deren Höhenpunkten die berüchtigten Battles zwischen Bronx und Queens gehörten, KRS 1 gegen MC Shan Mit I.G.Off und Hazadus treffen wieder Bronx und Queens aufeinander und haben sich zu einem Team zusammengefunden. I.G.Off ist berühmt für seinen Flow, seinen Freestyle Rap. Er stammt aus der verrufenen Sozialsiedlung Edgemere in Far Rockaway, Queens. Hazadus spricht die rauere Sprache der Straße, des Hustlers, des Kleinganoven, der er war. Er kommt aus den Claremont Projects in der Bronx. DJ Kid Capri brachte die beiden zusammen. Seither haben sie sich im Underground einen Namen gemacht, haben aber den Durchbruch zum Erfolg noch nicht geschafft. Sie leben ihr Leben ohne soziale Absicherung, ohne Garantie auf Erfolg, - nur mit der Gewissheit hart landen zu können.

Mit I. G.Off und Hazadus, zwei Rapper aus der Bronx, tauchen wir in den Untergrund der New Yorker HipHop Kultur ein.

film-dienst 03/04Die sozialen Ränder haben es dem Filmemacher und Journalisten Harald Rumpf schon seit längerer Zeit angetan. Schon seine zwischen 1985 und 1997 entstandene Langzeit-Dokumentation "Münchner Freiheit" (fd 33 199) widmete sich dem Leben der Obdachlosen im Norden Münchens. Der Film erregte nicht nur wegen seines Themas Aufmerksamkeit, sondern mehr noch durch die filmische Haltung des Regisseurs, dem es gelang, seinen Figuren nahe zu kommen ohne sie auszubeuten. Ähnliche Tugenden zeichnen auch Rumpfs neuen Film aus. Diesmal verließ er den halbwegs vertrauten Hintergrund der deutschen Großstadt und ging in die USA auf Spurensuche nach der HipHop-Musik. Erneut geht es um Outsider, um die Frage, wie ein Leben an den Grenzen der Gesellschaft möglich ist. Rumpf beschäftigt die Frage, wie sich die einstige Rebellenmusik verändert hat, was aus ihrem gesellschaftsveränderden Impetus und ihrer Sprengkraft geworden Doch HipHop - A Tale from the Hood" will nicht ein Kapitel der Pop-Geschichte schreiben, sondern ein Porträt der Gegenwart entwerfen. Deshalb sucht Rumpf für seinen Film auch nicht jene Gegenden auf, in denen Rap - und HipHp-Musik Ender der 70iger Jahre als Protest-Sound ethnischer Minderheiten entstanden ist, in den städtischen Ballungszentren von Detroit und Chicago. Stattdessen spielt der Film in der Metropole New York. Im Mittelpunkt sthen I.G.Off und Hazadus, zwei junge Männer und Freizeit-Rapper, die dem Traum von einer großen Musikkarriere nachhängen. Beide stammen aus ebenso geschichtsträchtigen wie mittlerweile verrufenen Sozailhaussiedlungen - I.G.Off aus dem Edgemere Project in Queens nahe dem New Yorker Flughafen, hazadus aus den Claremont Projects. Beiden Männern gemiensam ist ihre große musikalische Begabung - sie sind Szene-Berühmtheiten, denen man mit viel "street- respect" begegbet: wahrscheinlich stehen sie sogar an der Schwelle zu größerer Bekanntheit. Es verbindet sie allerdings auch der Umstand, dass sie ihren Unterhalt durch einen unscheinbaren "normalen" Beruf verdienen müssen: als Behindertenpfleger bzw. Friseur. Rumpfs atmosphärische Kamera begleitet beide durch einen (All-) Tag, der von sozialem Verfall, Kriminalität und Drogen geprägt ist, und durch die Nacht, in der mit der Musik auch die Hoffnung blüht. Die Welt in der Hood ist vom Machismo geprägt. Hier blühen die Mythen vom starken Mann, der nicht viel sein will außer "Gansta" oder Rapper - alles andere wäre "uncool". Über den Umweg seiner beiden Figuren erzählt Rumpf von einer sich verschleißenden Subkultur und der Musik, deren Radikalität und Widerstandkraft auch nach 20 Jahren noch nicht abgeflaut ist. "HipHop - A tale from the Hood" handelt in gewissem Sinn auch vom alten und dennoch nicht abgenutzen Mythos künstlerischer Authenzität - und dem kommerziellen Durchbruch, der größte Hoffnung wie auch größte Gefahr ist. Der soziale und politische Kontext des HipHop, das zeigt der Film deutlich, ist nach wie vor lebendig. Am meisten besticht der Film allerdings durch seine Beobachtungschärfe, die ihn fast zu einem ethnologischen Film werden läßt: Er gewährt Einblick in eine fremde Welt und eröffnet neue Perspektiven auf eine scheinbar vertraute Kapitale, die man plötzlich neu zu sehen lernt.

Berliner Morgenpost, vom: 16.10.2003 Musik-Doku jenseits von MTV-Klischees: \ "HipHop - Tales from the Hood\"Von Michael Pilz In der Welt des HipHop tragen Musikanten schwere Platinketten, fahren lange Limousinen, auf der Rückbank winden sich gazellenhafte Damen, die unter dem Pelz nur ihr Höschen tragen. Das zeigt MTV. Die Welt des HipHop ist die Straßenecke. Hinter meterhohen Zäunen lungern junge Schwarze, kiffen, trinken Bier und prahlen, weil sie ahnen, dass sich das nie ändern wird. Das zeigt der deutsche Filmemacher Harald Rumpf. Was macht ihr sonst so, fragt er. \"Na, blöd rumstehen\", erklärt ein Bengel, der nicht schlechter rappt als 2Pac oder 50 Cent, die Stars auf MTV.In den New Yorker Vierteln Claremont, Bronx, und Edgemere, Queens, hat Rumpf die wahren HipHop-Helden aufgespürt. Die rappen seit den frühen achtziger Jahren: Hazedus, ein Kindsgesicht, das durch zwei riesengroße Silberschneidezähne rappt, was seinen Sprechgesang verwegen zischen lässt. Und I.G. Off, dem es gelingt, beim Rappen zugleich traurig und belustig dreinzuschauen. Reich geworden sind sie nur für kurze Zeit. Dann war das Geld wieder weg, staunt Hazedus. Er ist Friseur geblieben, I.G.Off betreut Behinderte.Es geht um unbeirrtes Träumen, und vielleicht ist das der wahre Sinn des HipHop. Hoffen darauf, die sozialen Gräben seien durch Musik und Stil zu überwinden. Hazadus und I.G.Off schlagen sich nun ihr halbes Leben lang die Nächte in bescheidenen Studios um die Ohren. Studios, die aus einem alten Mischpult, einer Beatbox, einer Mikrophonkabine und einem antiken Bandgerät bestehen.\"Wir haben damit angefangen! Uns gehört der Rap!\" schimpft Hazadus. \"Bezahlt mich! Verdammt! Bezahlt mich!\" wettert I.G.Off. Dann lachen beide. Denn stattdessen sind sie im New Yorker Rathaus eingeladen, wo der HipHop zum Nationalen Kulturgut erhoben wird. Die Uno schließt sich an und dehnt die Anerkennung weltweit aus. Der Rapper I.G.Off schaut diesmal stolz und traurig drein. Es gibt kein Geld. Nur die Gewissheit, Pioniere einer Weltkultur zu sein, in der sich ein paar Typen lange Limousinen, zentnerweise Schmuck und Pelz mit Dameninhalt leisten können. Und es gibt diesen grandiosen Film von Harald Rumpf über die wahre Welt des HipHop.
 
Festivals: Filmfest München | 2003
haraldrumpf
Supported by:
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Preview:  HipHop-A Tale From The Hood; Ntsc
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