Filmdetail

Synopsis
  • Münchner Freiheit - das sind Beobachtungen, Skizzen und Szenen aus dem Leben von sechs Menschen, die auf der Straße leben, festgehalten über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Sie handeln vom Altwerden auf der Straße, von einer Liebesbeziehung, von medizinischer Selbstversorgung, von Freundschaften und Zweckbündnissen, von verquerem Humor und, trotz aller Unbill, einem ungeheuren Lebenswillen.

    Ich wollte kein Einzelporträt schaffen, sondern die Lebenslinien mehrerer Personen aus dem Obdachlosenmilieu zu einem größeren Gebilde zusammenfügen. So sind auch die Protagonisten nicht einfach nur Obdachlose und Alkoholiker, sondern Menschen mit Vergangenheit, die Fähigkeiten besitzen oder besaßen und auch einmal Träume hatten von einem anderen Leben. Die filmische Methode ist die des direct cinema, d.h. der Regisseur war im Alltag der Protagonisten anwesend und versuchte, sowenig wie möglich einzugreifen, um eine direkte, unmittelbare Anschauung aus dem Alltag zu bekommen. Kaleidoskopartig formt sich aus den Einzelszenen und individuellen Schicksalen das umfassende Bild von der Existenz auf der Straße.

    Epilog zu Münchner Freiheit Alles wird zur Erinnerung. Sehen wir gerade noch Güni, Steffi, Stalin und James lebendig vor uns, wenn auch gesundheitlich angeschlagen, wird die weitere Begleitung mit den Protagonisten zu einem Requiem. Stalins Mutter besucht heute fast täglich das Grab ihres Sohnes Peter (Stalin), der im April 2001 an Krebs gestorben ist. Sie räsoniert noch einmal über das Leben ihres Sohnes, der lange musterhaft gelebt hat und ein ambitionierter Bergsteiger war. Wir können Ausschnitte vom 16 mm Farbmaterial sehen, das Stalin bei der Besteigung des Mont Blancs 1975 drehte. Eine Expedition, die für seinen besten Freund tödlich endete, für ihn selbst mit starken Erfrierungen. Erfahrungen, die womöglich auch Einfluss auf sein weiteres Leben hatten. Güni war das größte Erlebnis bis zu seinem Tod, ebenfalls in 2001, die Wiederbegegnung mit seiner Schwester Gisela, die 28 Jahre zuvor einen amerikanischen Soldaten heiratete und nach Amerika verschwand. Durch ihre Erinnerungen und Bilder lernen wir Güni aus einer anderen Perspektive kennen. Anfang zwanzig, immer in den schönsten Klamotten, mit Haartolle und spitzen Schuhen. Ein Typ für den Mädchen schwärmen. Wir begleiten Güni ein wenig auf den verschiedenen Stationen bis zu seinem Tod. Nur wenige Wochen vor Stalin ist Güni gestorben. Ebenfalls an Krebs. Steffi ist kurz nach Stalin gestorben. James lebt als Einziger aus dem Kreis der Protagonisten.
Crew
  • Regie: Harald Rumpf
  • Drehbuch: Harald Rumpf
  • Kamera: Harald Rumpf
  • Schnitt: Thomas Balkenhol, Sabine Bornemann
  • Musik: Ivan Hajek
    • Produktionsfirma: Harald Rumpf
    • Koproduktionsfirma: Bayerischen Fernsehen
Awards
  • (1998) Filmförderpreis derLH, München
Festivals
  • (1998) Berlinale, Berlin
  • (1998) Dokfest, München

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